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Die Rückkehr der Seele

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Es war einmal ein erwachsener Mensch, der unglücklich mit seinem Leben war. Er hatte das Gefühl etwas Wichtiges verloren zu haben, fühlte sich irgendwie ohnmächtig und hilflos. Eines Tages setzte er sich einfach still in die Ecke des Zimmers und weinte. Plötzlich hörte er zwischen den Tränen eine leise Stimme. Erschrocken blickte er auf, doch es war niemand da. „Ich bin hier, in dir“, sagte die Stimme ruhig und fragte: „Warum bist du so traurig?“
„Ich weiß nicht mehr weiter. Wer bist du?“, antwortete die Person in den stillen Raum. „Ich bin deine Seele“, sprach die Stimme. „Ich bin hier um dir zu helfen, doch brauche ich dazu deine Hilfe.“ Und die Seele begann zu erklären:

„Du möchtest wissen, wie es weitergeht, und ich weiß es. Es ist nur so, dass ich es dir nur zeigen kann, wenn du erlaubst, dass wir zusammen arbeiten.“ – „Tun wir das nicht?“, fragte der Mensch erstaunt. „Nun, nicht ganz,“ erwiderte die Seele. „Irgendwann in deinem Leben, hast du angefangen dir zu wünschen, dass du alles unter Kontrolle hast, damit du die Erlebnisse, die dich verletzt haben, nicht mehr erleben musst. Und irgendwann hast du mich dabei weggeschickt. Je mehr du also alles unter Kontrolle haben wolltest, desto mehr musste ich mich zurückziehen. Denn ich mache manchmal verrückte Dinge oder bringe dich an Orte, die dir erstmal gar nicht gefallen, wo es aber etwas tolles zu entdecken gibt. Weil du das aber nicht mehr wolltest, und ich dich so sehr liebe, wie du es dir gar nicht vorstellen kannst, hab ich mich zurückgehalten.“

„Wirklich? Ich habe das gar nicht gemerkt.“, sagte der Mensch. Die Seele antwortete: „Ja, da hattest du es nicht bemerkt, aber nun spürst du, dass dir etwas fehlt.“ – „Das stimmt.“ „Was kann ich also tun?“, fragte er seine Seele und diese antwortete: „Lass mich ans Steuerrad. Lass es zu, dass ich lenke. Hab keine Angst, ich weiß, wohin es gehen soll. Lass den Wunsch, alles unter Kontrolle zu haben wieder los und erkenne, dass es ein Irrtum war, dir dies zu wünschen.“
„Ich bin für dich da“, fuhr sie fort, „und pass auf dich auf. Wenn du es mir erlaubst, dich zu leiten, brauchst du vor nichts mehr Angst zu haben, vor allem nicht davor, verletzt zu werden, denn ich weiß, wie man heilt. Nichts wird dir wirklich etwas anhaben können, wenn du mir vertraust. Ich werde dir die Geheimnisse des Lebens zeigen und zeigen, wie du Glück und Liebe in dir findest.“

Ein bisher ungekanntes, wohliges Kribbeln durchfuhr den Körper des Menschen. „Ja“, sagte er nun zu seiner Seele, „ich möchte das. Ich erlaube dir mich zu leiten und zu führen.“ Daraufhin wurde das Kribbeln immer stärker und so belebend, dass sich der Mensch nun nicht mehr schwach und hilflos fühlte, sondern stark und kraftvoll. „Spürst du? Da bin ich. Zusammen sind wir stark. Mit mir bist du nicht mehr klein, sondern groß. Zusammen können wir alles schaffen!“
Da schossen dem Menschen erneut Tränen in die Augen, doch es waren keine Tränen der Trauer, sondern Tränen der Freude. Er fing an laut zu lachen und vorsichtig zu tänzeln, bis er schließlich durch den ganzen Raum tanzte, dabei lachte, Freudentränen weinte und so die Rückkehr seiner Seele feierte.

Text: Netzfund, Verfasser unbekannt – Danke!
Bild: Luis Royo

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