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Auf dem Weg zum großen Yin

Was tust du so? Heute?
Was machst du? Morgen?
Wie ist dein Plan? Diese Woche?
Was hast du noch vor? Am Wochenende?
N I C H T S außer:
…mich treiben lassen & mit den Momenten fließen…
– ohne Plan –
– ohne Zeit –
…einfach SEIN…
 
Was ich die letzten 2 Tage getan habe: nichts.
Worauf ich die letzten zwei Tage Lust hatte: nichts.
Was ich die letzten 48 Stunden tun wollte: nichts.
Was auf meinem Plan stand: nichts.
Was ich in dieser Zeit verpasst habe: nichts.
Der Preis für dieses Nichtstun: nichts.
Wie ich mich fühle: nicht schlecht.
…dennoch ist da so ein nagendes Gewissen, das du vielleicht auch kennst – hätte ich nicht doch besser etwas…?! Du musst doch auch etwas gemacht haben…!?
 
Nun ja, ich habe die Seele baumeln lassen, nicht auf die Uhr geschaut, meditiert, entgiftet, ging spazieren, starrte Löcher in die Luft, wurde auf Kaffee & Kuchen eingeladen, hab Musik gehört & Film(e) geschaut, war lange wach & bin spät aus den Federn, wusste so manches Mal vor lauter grüner Langeweile nichts mit mir anzufangen, doch hatte ich auch nicht wirklich Lust etwas zu tun…
 
Ehrlich – ich habe die letzten 2 Tage nichts produktives getan.
So, jetzt ist es raus.

 
Wie kann das sein? Es gibt immer etwas zu tun!
Trotzdem habe ich nichts getan.
War ich deswegen faul?
Für manch Außenstehenden mag es so erscheinen – nichts tun – unproduktiv sein – faulenzen.
Doch ich finde, es gibt einen bemerkenswerten Unterschied zwischen
 
nichts tun
&
Nichtstun!
 
Nichts tun nach Außen ist etwas komplett anderes als Nichtstun nach Innen. Denn diese freien Momente, die mir die letzten 48 Stunden zukamen, habe ich genutzt um bei mir zu sein. Ich habe mich bemüht ganz bewusst die aufkommende Unruhe wahrzunehmen, wenn ich nichts zu tun hatte, mit mir selbst nichts anzufangen wusste & einfach keinen Plan hatte.
Muss man doch heutzutage immer & überall wissen, was anliegt, wie man vorgeht oder was als nächstes kommt.
Muss man?!
Nein! Muss man nicht!
Es fühlte sich zunächst zwar merkwürdig an, doch bei genauerer Betrachtung stellte ich fest, dass mein Körper gar nicht auf produktive Aktivität aus war. So habe ich seit langem mal wieder ganz bewusst für mich meditiert – sitzend auf Bett & Sofa als auch bei einem einsamen Spaziergang durch die spürbar kalte Novemberluft. Nur für mich. Allein. Bewusst. Ohne bestimmtes Ziel oder Vorhaben. Ohne Gesellschaft. Ohne Zwang.
 
Ja, ich habe nichts getan & ich schäme mich nicht dafür. Nicht mal das IGing Wochenorakel habe ich erstellt – ich hatte keine Lust – ich stehe dazu. Ich zaubere keine vereinnahmenden Familienfeiern aus dem Hut, sauge mir keine Freunde-Notfall-Szenarien aus den Fingern, habe keine Ausreden & biete keine Rechtfertigungen dafür nichts getan zu haben.
 
Ich stehe dazu weil ich gleichzeitig weiß, dass ich damit genau „richtig“ bin. „Richtig“ in der Zeit. Denn die Zeit der Ruhe & Tiefe, die Zeit zum großen Yin, zur Dunkelheit & Zurückgezogenheit, schreitet in großen Schritten voran. Kurz vor den Rauhnächten, am 21. Dezember, erreicht die Yin-Energie ihre maximale Ausdehnung, bis dahin werden die Tage noch kürzer, die Dunkelheit noch tiefer. Auf dem Weg zum großen Yin, gebe dich der Tiefe hin. Steht es geschrieben.
 
So intensiv wie in diesem Jahr habe ich den Weg selten empfunden. Vielleicht liegt es an meinem Bewusstsein dafür, das von Jahr zu Jahr wächst. Dank dem Wissen um die herrschende Naturzeit, erkenne ich mehr & mehr, dass ich „richtig“ bin. Alles hat seinen Sinn im ewigen Kreis des Lebens, in dem ich mich befinde. Ich scheue mich mittlerweile nicht mehr davor ihn bewusst zu begehen. Im Gegenteil, gern teile ich dieses Wissen, denn ich weiß, ein Teil von dir, der das liest, fühlt sich angesprochen & verstanden mit meinen Worten.
 
Ich habe 48 Stunden (scheinbar) nichts getan & stehe dazu.
Wie steht es um dich? Wie ergeht es dir im Nichtstun?
Bist du jemand, der nicht nichts tun kann, weil es immer etwas zu erledigen gibt?
Oder bist du jemand, der sich danach sehnt, endlich zur Ruhe zu kommen, aber das Nichtstun nur schwer aushalten kann?
 
Für diese Woche übe dich bei Gelegenheit in Momenten des Nichtstuns. Spüre hinein, wie sie sich anfühlen & wie es deinem Körper dabei ergeht. Nimm einfach wahr. Ohne zu bewerten.
Atme ein.
Schließe kurz die Augen.
Atme aus.
 
Schreib gern ein Kommentar, wie dein Nichtstun aussieht & sich anfühlt. Wenn du meine Begleitung in deine Zeit des großen Yin möchtest, melde dich gern bei mir. 
 
Ich wünsche dir eine klare Novemberwoche, die dich die Momente genießen lässt.
Lebe achtsam & in Harmonie mit dir selbst.
Alles Liebe, deine Julia
 
~ Das Leben ist schön! ~
 
Bild: privat
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© Julia Lindenbaum
Gesundheitsbewusstsein & Seelenpflege
*TCM *QiGong *IGing *TuiNa
 
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